Ferdinand Friedensburg steht für eine Überzeugung, die man sich erarbeiten muss: Im Kaiserreich konservativ geprägt, wurde er durch Krieg, Gefangenschaft und die Auseinandersetzung mit Kommunisten und Nationalsozialisten zu einem überzeugten Demokraten — nicht aus Herkunft, sondern aus Einsicht.
Als Regierungspräsident in Kassel widersetzte er sich den Radikalen von links und rechts, bis ihn die Nationalsozialisten 1933 entließen und die Gestapo ihn 1935 verhaftete. Er überstand das Dritte Reich — und kehrte 1945 zurück, um die Demokratie in Berlin und Westdeutschland aktiv mit aufzubauen.
Genau deshalb ist er ein guter Namensgeber für eine Stiftung, die politische Bildung und demokratisches Urteilsvermögen fördert: nicht als geschichtsbuchtaugliche Symbolfigur, sondern als jemand, der beides gelebt hat — Zweifel und Überzeugung, Niederlage und Wiederaufbau.
Ferdinand Friedensburg (um 1926)
Nicht hinnehmen, was gewesen ist, und nicht hinnehmen, was ist, und nicht bloß schimpfen, und nicht bloß Unordnung schaffen, sondern vor allen Dingen an uns selber arbeiten, daß wir würdige Träger einer besseren Zeit werden.
— Ferdinand Friedensburg