Ferdinand Friedensburg Stiftung e.V.

Über uns

Als gemeinnütziger, ehrenamtlich geführter Verein ohne Parteianbindung oder Sonderinteressen fördern wir seit 1969 politische Bildung an Hochschulen – für Freiheit, Demokratie und Meinungsvielfalt in Deutschland und Europa.

Der Verein

Debattenkultur stärken, Extremismus entgegenwirken

An Hochschulen nimmt der offene Meinungsaustausch ab – politisches Urteilsvermögen bleibt auf der Strecke, Extremismus gewinnt Boden. Wir setzen dem seit über 55 Jahren aktiv entgegen: politische Bildung, kontroverse Diskussionen und die Begegnung mit Persönlichkeiten des demokratischen Lebens.

Gründung

Als die Stiftung am 17. Juli 1969 mit Unterstützung von Ferdinand Friedensburg gegründet wurde, hatte der Namensgeber klare Vorstellungen: nachhaltig wirkende Projekte für Bildung, Wissenschaft und internationale Völkerverständigung – über alle Grenzen hinweg. Bis heute übernehmen wir in seinem Sinne Verantwortung für nachfolgende Generationen.

Unser Anliegen

Meinungsfreiheit, Wissenschaftsfreiheit, Pluralismus – wir setzen uns aktiv für diese Grundwerte ein. Wir unterstützen junge Akademiker dabei, eigene politische Urteile zu bilden, und wenden uns gegen jede Tendenz, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu relativieren.

Finanzierung

Der Verein ist auf Spenden und Mitgliedsbeiträge angewiesen. Als gemeinnützig anerkannter Verein sind wir berechtigt, Zuwendungsbescheinigungen auszustellen – jede Zuwendung ist somit steuerlich absetzbar.

Der Namensgeber

Ferdinand Friedensburg – Staatsmann zweier Republiken

Ferdinand Friedensburg steht für eine Überzeugung, die man sich erarbeiten muss: Im Kaiserreich konservativ geprägt, wurde er durch Krieg, Gefangenschaft und die Auseinandersetzung mit Kommunisten und Nationalsozialisten zu einem überzeugten Demokraten — nicht aus Herkunft, sondern aus Einsicht.

Als Regierungspräsident in Kassel widersetzte er sich den Radikalen von links und rechts, bis ihn die Nationalsozialisten 1933 entließen und die Gestapo ihn 1935 verhaftete. Er überstand das Dritte Reich — und kehrte 1945 zurück, um die Demokratie in Berlin und Westdeutschland aktiv mit aufzubauen.

Genau deshalb ist er ein guter Namensgeber für eine Stiftung, die politische Bildung und demokratisches Urteilsvermögen fördert: nicht als geschichtsbuchtaugliche Symbolfigur, sondern als jemand, der beides gelebt hat — Zweifel und Überzeugung, Niederlage und Wiederaufbau.

Ferdinand Friedensburg um 1926: Schwarz-Weiß-Porträt im dunklen Anzug mit gemusterter Krawatte

Ferdinand Friedensburg (um 1926)

Nicht hinnehmen, was gewesen ist, und nicht hinnehmen, was ist, und nicht bloß schimpfen, und nicht bloß Unordnung schaffen, sondern vor allen Dingen an uns selber arbeiten, daß wir würdige Träger einer besseren Zeit werden. — Ferdinand Friedensburg
Lebensstationen
1886

Geburt am 17. November in Schweidnitz, Schlesien. Der gleichnamige Großvater war Oberbürgermeister von Breslau, der Vater Jurist.

1906

Wehrdienst bei der Feldartillerie

1906–1911

Studium der Rechtswissenschaften und Geologie in Marburg und Berlin; Promotion in Breslau

1910–1914

Bergreferendar und Bergassessor in der preußischen Bergverwaltung

1914–1916

Internierung durch britische Streitkräfte; Gefangenschaft in Gibraltar; dauerhafte Beinverletzung durch Fluchtversuch

1916–1918

Internierung in der Schweiz; Studium der Ökonomie; Familiengründung

1920–1925

Beitritt zur DDP; Landrat in Rosenberg, Westpreußen

1925–1927

Polizeivizepräsident von Berlin. Auf Forderung von Reichspräsident von Hindenburg aus dem Amt entlassen.

1927–1933

Regierungspräsident in der damals preußischen Provinz Kassel. Zunehmende Auseinandersetzungen mit Kommunisten und Nationalsozialisten; Entlassung durch Hermann Göring nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten.

1935

Verhaftung durch die Gestapo; Sondergerichtsverfahren wegen „Heimtücke"

1945

Mitbegründer der CDU in Berlin; Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW)

1946–1951

Stellvertretender Oberbürgermeister von Groß-Berlin; vertritt während der sowjetischen Blockade die erkrankte Oberbürgermeisterin Louise Schröder

1952–1965

Abgeordneter für Berlin im Deutschen Bundestag; ab 1954 auch im Europäischen Parlament und der Europäischen Versammlung für Kohle und Stahl

1969

Mitgründung der nach ihm benannten Stiftung

1972

Tod am 11. März in Berlin als Ehrenbürger der Stadt

Der Vorstand

Menschen, die die Stiftung tragen

Unser Vorstand arbeitet ehrenamtlich und setzt sich aus Vertretern verschiedener Fachrichtungen und Berufe zusammen.

Porträt von Christian Roth
Christian Roth
Vorsitzender
Diplom-Wirtschaftsingenieur, Lieferkettenoptimierer
Porträt von Arne Jacobsen
Arne Jacobsen
Stellv. Vorsitzender
M.Sc. Energie- und Umwelttechnik,
Projektleiter
Porträt von Detlef Köhler
Detlef Köhler
Schatzmeister
Diplom-Volkswirt,
Ltd. Ministerialrat a.D.
Porträt von Werner Wolf
Dr. phil. Werner Wolf
Bildungsreferent
Ltd. Ministerialrat a. D.
Porträt von Theodor-Al. Friedensburg
Theodor-Al. Friedensburg
Beisitzer
Porträt von Stefan Martin
Dr. Stefan Martin
Beisitzer
Diplom-Ingenieur
Porträt von Michael Tscharnutter
Michael Tscharnutter
Beisitzer
Referent, Parlamentsdirektion · Ausschussbetreuung & Untersuchungsausschüsse,
Österreichisches Parlament
OB
Oliver Bredow
Beisitzer
Porträt von Ferdinand Weber
Ferdinand Weber
Beisitzer
Student

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